2015 · Regie & Kamera
Steampunk Coke
Werbung · Spec-Spot · Diplom
Diplomarbeit an der Fachhochschule Dortmund. Sechzig Sekunden Coca-Cola in einer Welt aus Messing und Druckluft.
Diplomfilm an der Fachhochschule Dortmund — und gleichzeitig der Versuch, Werbung nicht wie Werbung zu erzählen, sondern wie ein kleines Abenteuer.
Der sechzigsekündige Spec-Spot für Coca-Cola verlegt eine einfache Handlung in eine vollständig mechanisierte Steampunk-Welt aus Messing, Zahnrädern, Druckluft, Dampfleitungen und alten Fahrkartensystemen. Eine einzelne Flasche Cola wird nicht einfach transportiert — sie reist. Durch Rohre, Schienen, Hebel, Ventile und halb vergessene Maschinenräume, als würde irgendwo zwischen Jules Verne, Industriebahnhof und Jahrmarktsmechanik eine eigene kleine Realität existieren.
Der Film entstand nicht nur als praktischer Abschlussfilm, sondern zugleich als Teil einer umfangreichen wissenschaftlichen Diplomarbeit mit dem Titel „Filmische Miniaturen und Erzählstrategien – eine Filmanalyse anhand eines Specs".
Die theoretische Arbeit verbindet klassische Filmanalyse mit Wahrnehmungspsychologie, Bildkomposition, Steampunk-Ikonografie und Werbefilm-Dramaturgie. Viele gestalterische Entscheidungen des Films — die rostrote Farbwelt, die mechanischen Bewegungsabläufe, die bewusst überzeichnete Maschinenlogik oder die fast cartoonhafte Physik einzelner Momente — wurden nicht nur intuitiv gebaut, sondern gleichzeitig wissenschaftlich reflektiert und analysiert.
So wurde Steampunk Coke am Ende mehr als nur ein Spec-Spot: eine Mischung aus Werbefilm, filmischer Spielerei und theoretischer Untersuchung darüber, warum kurze audiovisuelle Formate manchmal länger im Gedächtnis bleiben als ganze Spielfilme.
Für Max Tsui wurde Steampunk Coke zu einem wichtigen Wendepunkt. Der Film verband erstmals viele Dinge, die seine spätere Arbeit prägen sollten: cineastische Werbung, atmosphärisches Worldbuilding, präzise kontrollierte Kamerabewegung und die Idee, selbst kleinste Formate emotional größer wirken zu lassen, als sie eigentlich sind.
2015 wurde der Film international ausgezeichnet — unter anderem mit dem CFP-E/shots Young Director Award (Test Commercial Europe), dem Gold ANDY Award New York, ADC Deutschland Junior sowie einer Nominierung für den Michael-Ballhaus-Preis im Rahmen des First Steps Award.
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